Das wiederaufbereitete Gerät: ein Heilmittel gegen die geplante Obsoleszenz?

Den High-Tech- und Haushaltsgeräten, die am Boden des Schranks vor sich hinvegetieren, neues Leben schenken und dabei gleichzeitig etwas Gutes für den Planeten tun? Dank der Wiederaufbereitung ist dies nun möglich geworden.

Was genau ist die Wiederaufbereitung?

Bei einer geplanten Obsoleszens, die praktisch vorausgesetzt wird (1), und einem Design, das in den Augen der Verbraucher im Handumdrehen als veraltet gilt, werden unsere geliebten Smartphones eindeutig schlecht behandelt. Tatsächlich beenden viele von ihnen nach 1,5 – 2 Jahren guter und treuer Dienste ihr Leben auf der Mülldeponie, wo sie auf die 5 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte-Abfälle treffen, die jedes Jahr in der EU erzeugt werden, was eine regelrechte Umweltkatastrophe repräsentiert…

Und verlasse dich nicht auf das Recycling als Allheillmittel! Denn auch wenn sich die Praxis des Recycling in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat (2), bedeutet dies in der Folge doch die Herstellung neuer Telefone, die nach wie vor die umweltschädlichste Phase im Lebenszyklus dieser Geräte darstellt.  Beispielsweise solltest du wissen, dass 85 % der CO2-Emissionen eines iPhone 6 während seiner Produktion erzeugt werden.

Welche grünen und nachhaltigen Lösungen können also unseren Smartphones ein zweites Leben schenken?
Neben der Reparatur, die die Lebensdauer deines Telefons verlängert, kannst du es auch an Fachhändler weiterverkaufen. Sie werden es überholen und dann weiterverkaufen.

Im Fachjargon der Reparaturwerkstätten bezeichnen wir es als ein wiederaufbereitetes Gerät.

Was genau ist die Wiederaufbereitung? Diese besteht aus der Rücknahme gebrauchter Geräte, ihrer Überholung und ihrem anschließenden Wiederverkauf zu Gebrauchtpreisen. Die Wiederaufbereitung erfolgt in einer Fabrik unter Verwendung industrieller Methoden und Qualitätsnormen sowie zugelassener Standardkomponenten. Indem sie die Umweltauswirkungen von Elektrogeräten reduziert und gleichzeitig annähernd neuwertige Leistungen bietet, nutzt die Wiederaufbereitung das Beste aus beiden Welten, um die Fehlentwicklungen der geplanten Obsoleszenz teilweise wieder auszugleichen. Es gibt heute einen regelrechten Heißhunger für technische Produkte (jedes Jahr werden in Deutschland 600 Millionen Geräte verkauft). Durch die Wiederaufbereitung wird die Produktion somit tatsächlich gebremst, indem sie die Lebensdauer der Produkte verlängert.

Plattformen für wiederaufbereitete Produkte

Was also solltest du konkret tun, wenn du wiederaufbereitete Produkte kaufen und, im Rahmen unserer individuellen Möglichkeiten, etwas für die Umwelt tun willst?

Obgleich die Großunternehmen des Elektronikmarktes und andere Händler (Apple, Amazon, Media Markt, etc.) Interesse dafür gezeigt haben, gibt es in Deutschland einige Initiativen, die sich ausschließlich mit der Wiederaufbereitung befassen, damit die „alten Modelle“ unserer Smartphones, die noch einwandfrei funktionieren, nicht in der Schublade landen und von allen gemieden werden.

Dies trifft auch auf Back Market zu, einer Verkaufsplattform für wiederaufbereitete Produkte. Was hinter der Idee dieses Projekts steckt? Gebrauchten Tech-Produkten endlich ihre Sternstunden zu schenken. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit Wiederaufbereitungsunternehmen erreicht, die elektronische Geräte nach strengen Qualitätskriterien überholen, bevor sie diese zu sehr attraktiven Preisen zum Verkauf anbieten. Das erklärte Ziel von Back Market ist es, das „Re-made in Germany“ umzusetzen und gegen die geplante Obsoleszenz zu kämpfen, indem es der Wiederverwendung mehr Glamour verleiht.

Das zentrale Anliegen dieses Projekts besteht in der Verteidigung der starken Werte rund um die Kreislaufwirtschaft. Lösungen anzubieten, um unseren Konsum zu ändern, unsere Ressourcen zu optimieren und die Fortschritte der dritten industriellen Revolution auszunutzen. Und all dies mit dem Ziel, ein tugendhaftes Konsumverhalten zu schaffen. All diese Projekte geben dem Back Market-Projekt, für das die bereits verwendeten elektrischen und elektronischen Geräte nicht unbedingt veraltet sind, Sinn und Originalität.

Das langfristige Ideal wäre, wenn Menschen zuerst prüfen würden, ob das gewünschte Produkt in wiederaufbereiteter Form erhältlich ist. Und, wenn nötig, auf das neue ausweichen.

Über das Smartphone hinausgehen

Denn weit über das Smartphone hinaus können alle elektrischen und elektronischen Produkte wiederaufbereitet werden. In diesem Sinne hat Back Market vor kurzem sein Angebot erweitert.

 

(1) Apple hat öffentlich erklärt, dass iOS-Endgeräte über eine durchschnittliche Lebensdauer von 3 Jahren verfügen.

(2) Nahezu 80 % der 455.000 Tonnen Elektro- und Elektronikabfälle, die von Öko-Organisationen gesammelt werden, werden recycelt.

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