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Was sind die besten freien Alternativen zu Android und iOS?

Das Smartphone, unser ganzer Schatz! Nie weicht es uns von der Seite, mehr als hundertmal am Tag schalten wir es ein, ohne daran zu denken, dass es vorsätzlich unsere persönlichen Daten stiehlt und uns die Betriebssysteme ungestraft in unseren Wahlmöglichkeiten einschränken.

Nach den Daten des Kantar World Panel teilen Android und iOS im ersten Quartal 2020 den Markt der Betriebssysteme unter sich auf, mit 78,8 % für Googles Android und 21,1 % für Apples iOS.

Doch heute machen die großen Namen der Technologie den Kunden zunehmend Angst. Angesichts des unethischen Umgangs mit Datenschutz- und Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit den Apps suchen sie nach neuen Alternativen, um mit freien Betriebssystemen und Anwendungen nicht nur die Kontrolle über ihre Daten zurückzuerlangen, sondern den Geräten auch noch eine längere Lebensdauer zu bescheren.

Back Market geht der Sache auf den Grund.

Was ist eigentlich ein Betriebssystem?

Achtung, hier geht es nicht um BWL für Erstsemester, sondern um das OS. OS ist die Abkürzung für das englische Operating System, auf Deutsch: Betriebssystem. Und dieses Betriebssystem verwaltet bzw. steuert dein Smartphone oder Tablet vom ersten Einschalten an, bringt es zum Laufen und dient als Schnittstelle zwischen dem Gerät und seinem Benutzer.

Nun ist es ja nicht so, dass jeder alle technischen Details des Autos kennen muss, das er fährt. Zu wissen, welches Betriebssystem dein Smartphone „getankt“ hat, kann aber durchaus nützlich sein, bevor du dir die eine oder andere App oder Software herunterlädst – oder wenn du bei einem Problem den technischen Support kontaktierst. Du siehst es beim Einschalten des Geräts oder direkt in den Einstellungen unter dem Tab „Allgemein“ (bei den meisten Smartphones) oder auch unter „Telefoninfo“. Dort erfährst du, welche Version welchen Betriebssystems du genau nutzt.

Android VS iOS

Mit fast 80 % Marktanteil an Betriebssystemen vernascht das Android das iOS-Äpfelchen locker. Android ist ein von Google gekauftes Open-Source-Betriebssystem, mit dem heute 9 von 10 Smartphones, aber auch Tablets, Fernseher, Computer, vernetzte Uhren usw. ausgestattet sind.

iOS dagegen ist das Betriebssystem, das Apple für sein iPhone und iPad, seinen Mac und seine vernetzte Uhr, die Apple Watch, entwickelt hat. Es wurde 2007 veröffentlicht, also ein Jahr vor Android, und trotz seiner Beständigkeit ist es immer noch ein sehr geschlossenes Betriebssystem.

Jede der neuen Versionen dieser beiden Konkurrenten bringt einen eigenen Satz von Korrekturen und Verbesserungen mit sich.

Das Problem

Unsere Smartphones sind aus unserem täglichen Leben fast nicht mehr wegzudenken. Sie stellen das Eingangstor in eine Welt voller Innovationen dar, eine Welt, in der uns unsere Entscheidungen leider weitgehend diktiert werden.

Obwohl jeder der Läden (Stores) eine sehr große Vielfalt an Anwendungen bietet, bleiben wir gezwungen, uns für eine iOS- oder Android-Welt zu entscheiden, womit wiederum unsere weiteren Entscheidungen hinsichtlich Gerät, Dienste und Inhalte allesamt in eine Richtung gelenkt werden. Wir sind wie ein Fisch, dem nur die Wahl zwischen verschiedenen Aquarien bleibt. 

Abgesehen davon hält man uns Generation für Generation Updates der Betriebssysteme bestimmter Smartphones einfach vor. Hier handelt es sich nicht mehr um geplante Obsoleszenz, sondern schlicht und ergreifend um Obsoleszenz der Software. Und so wenden wir uns, weil es bequemer und manchmal auch modischer erscheint, neuen, immer ausgeklügelteren Geräten zu, die freilich auch immer umweltschädlicher, da weniger recyclingfähig sind.

Aus diesem Grund wenden sich die Benutzer vermehrt Betriebssystemen für Mobiltelefone zu, die so frei wie möglich sind, regelmäßig aktualisiert werden und alte Smartphones nicht aufs Abstellgleis schieben.

Was sind die besten freien Alternativen zu Android?

Auf Android-Smartphones geht die große Mehrheit der Nutzer in den Google Play Store, um Apps zu installieren. Es gibt jedoch echte Alternativen, die es nicht nur ermöglichen, auf die Dienste von Google zu verzichten und daher keine persönlichen Daten mehr an Google übermitteln zu müssen, sondern deren Entwickler auch noch besser entlohnt werden. Diese Alternativen erweisen sich gerade dann als besonders wichtig, wenn dein Android-Gerät mangels Aktualisierung keinen Zugang mehr zum Google Play Store hat (oder, wie es bei Huawei der Fall ist, wenn es seine Android-Lizenz verliert, womit natürlich wiederum auch der Zugang zum Google Play Store verloren geht). 

Sehen wir uns also mal etwas in der Nachbarschaft um, damit wir unsere Geräte „entgoogeln“ und dabei ihre Lebensdauer verlängern können.

1. Die Shops der Hersteller

Android ermöglicht das Zusammenleben mehrerer Shops auf demselben Gerät. Wenn du ein Smartphone von Samsung oder Xiaomi hast, hast du wahrscheinlich schon bemerkt, dass diese beiden Hersteller neben dem Play Store ihren eigenen Marketplace oder App-Store anbieten. Auch wenn ihr Inhalt nicht an den von Google heranreicht, haben sie doch den Vorteil, sicherer und aufgeräumter zu sein und ihre Entwickler besser zu entlohnen. Da sich darüber hinaus die Hersteller von der Dominanz von Google lösen möchten, dürften wir einen zunehmend stärkeren Wettbewerb um Marktanteile erleben.

2. F-Droid

F-Droid mag beim breiten Publikum wenig bekannt sein, ist dafür aber bei denjenigen, die das Joch von Google abstreifen möchten, umso populärer. Dieser Shop, in dem man kein Konto anlegen muss, bietet freie und Open-Source-Anwendungen, aber auch eine einfache Schnittstelle, einen Zugang zu bestimmten im Play Store von Google verbotenen Inhalten und die Möglichkeit zum Austausch von Anwendungen mit in der Nähe befindlichen Personen ohne Internetverbindung.

3. /e/ (ältere Bezeichnung war eelo)

Das Handy-Betriebssystem /e/ wurde entwickelt, um den Lack von Google abzulösen und eine Reihe von freien Online-Diensten und Anwendungen zu bieten, die bei größter Kompatibilität mit den bekanntesten Android-Anwendungen auf das Sammeln persönlicher Nutzerdaten verzichten.

4. PostmarketOS

Klein, aber oho: PostmarketOS ist ein freies Betriebssystem, das in weniger als 10 MB Platz findet. Mit absolut nichts, was von Android kommen könnte, bietet es seinen Nutzern ein völlig freies System mit einer Lebensdauer von etwa zehn Jahren! Das ist die perfekte Lösung, um der geplanten Obsoleszenz den Kampf anzusagen. Als Bonus gibt es obendrauf die Möglichkeit, seine eigene grafische Schnittstelle zu installieren.

Unterschiede zwischen Android und den freien Betriebssystemen

Durch die Wahl eines freien Betriebssystems, das Android vollständig ersetzt, sind wichtige Funktionen wie Benachrichtigungs-, Ortungs- und Diebstahlschutzsysteme möglicherweise nicht verfügbar. In puncto Lebensdauer des Telefons und Datenschutz ermöglichen diese Alternativen eine längere Nutzung, bis das Smartphone physisch nicht mehr funktioniert, und einen erheblichen Zugewinn an Privatsphäre.

Die besten freien Alternativen zu iOS

Im Gegensatz zu seinem Android-Konkurrenten hat Apple versucht, die Entstehung alternativer Shops zum App Store so weit wie möglich zu verhindern. Aber ein paar kleine Tricks gibt es doch, um durch die engen Maschen des iOS-Netzes zu schlüpfen.

1. Jailbreak

Jailbreak ist durchaus wörtlich zu nehmen. Damit durchbricht man die von der Marke mit dem Apfel errichteten Gefängnismauern und erhält die Möglichkeit, die Schnittstelle, Organisation und Bedienung seines Smartphones vollständig anzupassen, nicht genehmigte Anwendungen hinzuzufügen oder native Anwendungen zu entfernen. Aber Vorsicht, das ist nicht ganz ohne Risiken! Du solltest dich nicht am „Jailbreaking“ versuchen, wenn du in diesen Dingen noch ein Neuling bist, denn dein iPhone oder iPad, dein Mac oder jedes andere Google-Gerät verliert damit natürlich die Garantie und ist auch nicht mehr gegen Viren aus Schadanwendungen geschützt, die du dir möglicherweise einfangen könntest.

Auf eigenes Risiko – wir haben dich gewarnt!

2. AltStore

Wenn Jailbreak nicht dein Ding ist, so ist AltStore eine der ersten unabhängigen Alternativen zum App Store von Apple, ohne dass du dabei an deinem Gerät herumbasteln musst. Hierbei handelt es sich also um einen Marketplace, der es seinem Benutzer erlaubt, nicht offizielle Anwendungen und Spiele zu installieren.

3. TutuApp und TweakBox

Lassen sich schnell und einfach installieren und bieten eine große Fülle von Anwendungen, die der App Store nicht hat. Damit sind diese beiden Lösungen schnell zu einer Referenz unter den Nutzern geworden. Diese Dienste ermöglichen auch den Download modifizierter Versionen der bekanntesten Anwendungen wie Snapchat, Instagram usw.

Fazit: Angesichts der geplanten Obsoleszenz, der Obsoleszenz der Software und der dramatischen Bedingungen, unter denen unsere Smartphones hergestellt werden, scheint es heute nötiger denn je, nein zum Konsumgau zu sagen. Wir müssen unsere Augen weit offen halten und sowohl mögliche ökologische Lösungen als auch die Lebensdauer unserer Geräte in den Blick nehmen, ohne befürchten zu müssen, dass die großen technologischen Akteure uns neue Fortschritte vorenthalten oder unsere vertraulichen Daten gefährden könnten.

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